Sakramente

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Was sind Sakramente?

Sakramente sind äußerlich sichtbare Handlungen mit Wirkung auf der geistlichen Ebene. Es gibt drei Sakramente. Sie wurden von Jesus selbst zur Zeit des Neuen Testaments eingesetzt, nämlich die Taufe, die Fußwaschung und das Abendmahl. Indem man diesen Segen Gottes empfängt, hat man Teil am Rettungsgeschehen durch die verwendeten materiellen Elemente oder Handlungen – wie z.B. Wasser, Eintauchen, Waschen, Brot, Saft, Essen und Trinken. Der frühe Kirchenvater Tertullian war der erste, der das Wort Sacramentum, die lateinische Übersetzung des neutestamentlichen Ausdrucks „Mysterium“ (siehe auch Eph 5,32; 1 Tim 3,16; Offb 1,20) benutzte. Dieser Ausdruck sollte auf die „geheimnisvolle“ geistliche Wirkung des Sakramentes hinweisen.

Sakramente und Gnade

Die Sakramente markieren den Anfang des Weges zur Rettung, zur Erneuerung, zur Beziehung mit Gott und zum Reich Gottes. Die Bedeutung der Sakramente kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Im modernen Christentum werden die Sakramente auf eine eher „spirituelle“ Ebene reduziert, wobei ihre tatsächliche Wirkung nicht gesehen wird und ihrer Durchführung nur noch symbolischer Wert beigemessen wird. Die biblische Botschaft ist jedoch eindeutig, was die Sakramente als notwendige Bestandteile für die Rettung angeht.

„Darum: ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.“ (2 Kor 5, 17f). Wir werden in den Sakramenten mit Christus vereint, so dass wir in Christus sein können, denn nur wer in Christus ist, kann Erneuerung des geistlichen Lebens erfahren. Durch eine nur verstandesmäßige Annahme Jesu Christi ist man noch nicht „in Christus“; dies ist lediglich der Anfangspunkt unseres Glaubens. Die Sakramente ermöglichen auch die persönliche Beziehung zu Christus. So werden wir in der Taufe von unseren Sünden gereinigt und unser geistliches Leben beginnt. Durch die Annahme der Fußwaschung haben wir Teil an Jesus. Beim Abendmahl haben wir Teil am Leben Jesu Christi.

Die Sakramente sind grundlegend und sehr wichtig für unsere Beziehung zu Gott. Ohne sie sind alle anschließenden Werke des Glaubens umsonst. Es sei denn, jemand wird in Christus getauft, ansonsten wird er am Ende verdammt, weil er weiterhin in Sünde ist. Genauso ist es mit der Fußwaschung: werden ihm die Füße nicht gewaschen, hat er kein Teil an Christus. Auch mit dem Abendmahl verhält es sich so: Wer nicht den Leib und das Blut Jesu zu sich nimmt, der hat kein Leben in sich. Man mag glauben, dass gute Taten beweisen, dass jemand von Gott auserwählt ist. Aber diese Taten sind nichts weiter als Werke des Gesetzes, denn man wurde nicht durch Christus gerechtfertigt. Aber wenn wir an Christus glauben und diese Sakramente annehmen, so werden wir Früchte der Gerechtigkeit in unserem erneuerten Leben hervorbringen und Gott erfreuen.

Die meisten christlichen Kirchen würden nicht so weit gehen und das Durchführen eines Sakramentes verbieten, zumal sie im Neuen Testament ausdrücklich genannt werden. In der Tat wird in vielen Kirchen die große Bedeutung der Sakramente gesehen, aber sie werden auf symbolische Handlungen reduziert. Gemäß dieser Sichtweise geschieht Rettung in dem Moment, in dem man glaubt und sich zum Herrn bekennt; die Taufe, die Fußwaschung und das Abendmahl sind nur spätere Bezeugungen des Glaubens. Sie veranschaulichen nur den Glauben an Christus, machen ihn aber selbst nicht aus. Man glaubt auch, dass sie erzieherisch bedeutsame Werte vermitteln, oder Christen zeigen, wie sie ein neues Leben führen bzw. wie sie in Demut dienen können oder sie sind ein Anlass, des Herrn Tod zu gedenken.

Die Sakramente haben sicherlich auch diese symbolische und lehrreiche Funktion: sie symbolisieren die inneren Werke Gottes und lehren uns christliches Leben. Aber Sakramente sind nicht nur ein Anlass, uns an unsere frühere Bekehrung zu erinnern. Sie haben vielmehr eine geistliche und für die Rettung wesentliche Bedeutung. Die Taufe bewirkt Erneuerung des Menschen und Vergebung der Sünden (Apg 2:38; Titus 3:5; Kol 2:11-12; Röm 6;1-6). Die Fußwaschung lässt uns Teil am Herrn haben (Joh 13:8). Durch das Abendmahl hat man das Leben Christi (1Kor 10:16; Joh 6:53-56). Wegen dieser Heils-Wirkungen sind Sakramente ein wesentlicher Bestandteil von Gottes Heilsplan.

Taufe - Zeichnung Mensch unter Wasser
Fußwaschung - Hände waschen und Füße
Abendmahl - Zeichnung Person mit Becher

Sakramente und Glaube

Die Sakramente sind eine echte Glaubens-Prüfung. Die geistliche Wirkung findet jenseits unseres rationalen Verstehens statt. Wie z.B. können unsere Sünden durch Eintauchen ins Wasser abgewaschen werden? Warum müssen wir uns selbst ins Wasser begeben, wenn doch so viele Kirchen sagen, dass zur Vergebung nur der Glaube an die Kraft Gottes nötig sei?

Diejenigen, die keine logische Verbindung zwischen dem materiellen und geistlichen Bereich erkennen können, tun die Sakramente als reine Symbole ab, wobei sie damit auch das Wort Gottes selbst abtun. Wenn uns aber Christus befohlen hat, uns taufen zu lassen, um gerettet zu werden, heißt dann glauben nicht, dass man Christi Wort akzeptiert und sich für die Rettung taufen lässt? Unsere Unfähigkeit, die Wirkungen der Sakramente rational zu erkennen, verlangt einen Glauben, der diese Lücke der Logik schließt. Glaube an Christus beinhaltet den Glauben an die Notwendigkeit der Sakramente.

Aber ist die Durchführung der Sakramente nicht ein Werk des Gesetzes? Die Bibel betont die Unabhängigkeit der Rettung von den Werken: „machte er uns selig – nicht um der Werke der Gerechtigkeit willen, die wir getan hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit.“ (Tit 3,5). Sind Sakramente demzufolge nicht „Werke der Gerechtigkeit, die wir getan hatten“? Falls ja, wie können sie uns retten?

Dazu müssen wir uns zunächst fragen, wessen „Werke der Gerechtigkeit“? Es ist wahrscheinlich kein Problem anzuerkennen, dass Christi gerechte Werke uns tatsächlich retten können. In diesem Sinne wären die Sakramente nicht unsere, sondern Christi gerechte Werke. Des Weiteren kann man die sakramentalen Handlungen, wie z. B. das Eintauchen ins Wasser, das Waschen der Füße oder aber das Annehmen des Brotes und Saftes, nicht als gerechte Werke unsererseits bezeichnen. Diese Handlungen haben nach Gottes moralischem Standard keinerlei ethischen Wert; wir tun sie einfach aus Gehorsam Gottes Gebot gegenüber.

Aber ist nicht der Gehorsam selbst ein gerechtes Werk des Menschen? Wenn eine Tat des Gehorsams ohne Glauben an das rettende Werk Christi getan wird, wird sie zu unserem eigenen Werk. Die sakramentalen Handlungen sind jedoch keinerlei Leistung unsererseits, sondern wir tun sie im Glauben auf Christus und die rettende Wirkung durch die Sakramente. Wir erkennen dadurch unsere Unwürdigkeit und Christi Kraft. Es ist Gott, der sich materieller Elemente und Handlungen bedient und nicht diese Elemente und Handlungen selbst, die die Rettung beeinflussen. Taten, die wir ohne Glauben an Christi Rettungswerk tun, können nicht retten, genauso wenig wie ein Glaube, der sich nicht an Christus orientiert, retten kann. Der Glaube an Jesus Christus entscheidet letztendlich darüber, ob die Empfänger der Sakramente Gottes Gnade durch das Sakrament empfangen oder nicht.